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Ayurveda

Abhyanga: So wirkt die große Einölung

Im Gegensatz zur Panchakarma-Kur, die mit intensiven und manchmal als unangenehm empfundenen Methoden wie Einläufen und Erbrechen einher geht, wird Abhyanga, die große ayurvedische Einölung, eher mit Wellness in Verbindung gebracht. Abhyanga ist ein Naturheilverfahren, bei dem es auf das Wissen und die Praxis eines ausgebildeten Therapeuten ankommt, wenn es zu medizinischen Zwecken eingesetzt wird. Eine Selbstmassage, integriert in die tägliche Routine, kann jeder Interessierte aber schnell erlernen und sein Wohlbefinden damit beachtlich steigern.

Bestandteil der Lebensgestaltung

Dinacarya Adhyaya heißen die Empfehlungen für den Alltag in der ayurvedischen Lehre. Abhyanga hat hier einen hohen Stellenwert. Die Massage mit speziellen Ölen oder Tees unterstützt Agni, das innere Feuer. Muskeln, Gewebe, Gelenke und die Haut werden gelockert und gestärkt, Ojas aufgebaut, die immaterielle Verbindung zwischen Außen und Innen, zwischen Körper und Geist. Ojas aktiviert nach ayurvedischem Verständnis die Selbstheilungskräfte. Idealerweise wird Abhyanga morgens nach dem frühen Aufstehen – vor Sonnenaufgang – durchgeführt. Aber auch eine abendliche Massage zeigt positive Wirkung. Wer Schwierigkeiten hat, eine aufwendige Ganzkörpermassage in seinen Tagesablauf zu integrieren, sollte dennoch nicht gänzlich auf Abhyanga verzichten. Bereits eine Gesichtsmassage (Mukabhyanga) bis hinunter zum Brustbein bewirkt kleine Wunder, vor allem bei schlechter Stimmung und Liebeskummer. Die Fußmassage (Padabhyanga) wird bis über das Kniegelenk durchgeführt und kräftigt bei körperlicher Erschöpfung.

Dreifacher Erfolg

Selbst Skeptiker gegenüber Naturheilverfahren werden sich der Wirksamkeit von Abhyanga nicht verschließen können. Zunächst gibt es da die physikalische Komponente, die der klassischen Massage entspricht. Allerdings wird mehr Öl eingesetzt. Dadurch sind komplexere Massagegriffe möglich, ohne Schmerzen zu verursachen. Die zweite Wirkungsweise geht von den Ölen selbst aus. Nicht nur das verwendete Basisöl hat medizinische Effekte, wenn es über die Haut aufgenommen wird. Das Öl wird zudem mit Kräutern angereichert. Indien hat in dieser Hinsicht viel zu bieten, denn es gibt Klimazonen von alpin bis tropisch. Das Lehrbuch Ashtanga Hridaya, rund 1500 Jahre alt, fasst die Rezepte zusammen. Der Ayurveda-Ratgeber www.ayurvedatrends.com betont die dritte, psychische Komponente von Abhyanga. Wärmendes Öl bedeutet Geborgenheit, aber auch Leichtigkeit und Erheiterung.

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